Montag, 7. November 2011

Die mexikanische Küche | La comida mexicana (1/2)


Liebe Leserinnen, liebe Leser,
was passiert in meinem Leben gerade Neues? Schon viel, irgendwie, und trotzdem wird dieser Blogeintrag etwas einfältig ausfallen. Dieses Mal, nach ewigen Wochen ohne Lesestoff für euch, werde ich mich den Speisen widmen. Ich nenne diesen Eintrag provisorisch "1 von 2", auch wenn ich wahrscheinlich fünfmal über die mexikanische Küche schreiben könnte. Das ist ein Anfang. Nachfragen sind erwünscht, es gibt auch viele Fotos, also weder etwas für langsame Internetverbindung noch für knurrende Magen!

Die Mexikaner lieben alles, was mit Salsa zu tun hat. Mit "alles" meine ich auch alles. Manche essen den Apfel mit Salsa. Hier im Bild die Coca-Cola-Flasche mit Salsa und tollem Verschluss.


In Mexiko sind Süßigkeiten aller Art sehr beliebt. Gerade bei größeren Events werden schätzungsweise Tonnen von Süßigkeiten verspeist. Dazu gehört auch rosa und blau gefärbte Zuckerwatte. Hier ein Bild vom August vom Ballonwettbewerb.
Pollo con ensalada nennt sich dieser leckere Hauptgang des Mittagessens, also Hähnchen mit Salat. Setzt sich zusammen aus einem Hühnchenschenkel und einem Salat aus Blattsalat, jitomate (das hiesige Wort für unsere rote Tomate), cebolla (Zwiebel) und Karotte. Dazu Caesar-Dressing.
Pozole, eines der großartigsten Gerichte der mexikanischen Küche. Gibt es in rot oder grün (hängt vom Chili ab) und beinhalten hauptsächlich Maiskörner und Fleisch (meist Hühnchen). Serviert wird das Ganze mit Salat, Zitronensaft, Oregano, Zwiebel, Sahne und Avocado. Dazu werden tostadas (frittierte Tortillas) gegessen. Siehe auch: Wikipedia. Das Foto stammt vom Nationalfeiertag im Englischunterricht.
Und das sind sie: Die tostadas. Als Grundlage dienen frijoles (Bohnen), darauf wird Hühnchen gegeben, es folgen Blattsalat und Sahne. Abgeschlossen wird mit Streukäse. Tostadas repräsentieren eine Form der tortillas. Ursprung des Fotos siehe pozole.
Götterspeise, hierzulande gelatina genannt. Darauf sind die Mexikaner auch relativ scharf; ich finde: Die Afra-Mensa hat es besser gemacht! Lustig ist allerdings, dass es die zum Beispiel auch in den Nationalfarben gibt, wobei weiß dann auf der Grundlage von leche (Milch) hergestellt wurde. (Auf dem Bild sind eben diese Farben zu sehen; Ursprung des Fotos siehe pozole)
Pozole rojo, das ganze also rot statt verde (grün). Zutaten verändern sich nicht. Hier nur mit Oregano serviert. Das Bild stammt vom Klassentreffen meiner Gasttante.
Tres leches, also "drei Milche" (nein, es gibt keinen Plural von Milch) seht ihr auf der linken Seite des Tellers. Siehe auch: Wikipedia. Auf der rechten Seite seht ihr überbackene platanos (Bananen) mit einer süßen Milch. Ursprung des Fotos siehe pozole rojo.
Von vorn nach hinten: pollo (Hühnchen), tostadas und tacos dorados (folgt weiter unten).
Auf dem mercado (Markt)! Angegeben sind Kilopreise. Ich erinnere an den Kurs: 1€ = 18,50$. Mehr gibt es zu dem Bild nicht wirklich zu sagen, außer, dass ich jeden Sonntag (sofern möglich) mit meiner Gastschwester auf den Markt gehe und ihr behilflich bin.
Bananen! Ohne Mist, hier sind sie wirklich süßer, also eigentlich unglaublich süß. Die große orangefarbene Frucht im Hintergrund ist eine Papaya. Die gibt es in mehreren Sorten und schmecken dabei unterschiedlich gut. Manzanas (Äpfel) auf der rechten Seite sind teuer, wenn sie aus den Vereinigten Staaten kommen, ansonsten günstig und schmecken sehr gut!
Champiñónes (Champignons) sind schon allein aufgrund ihrer Schreibweise eine Erwähnung wert.Werden hier aber anders zubereitet.
Consomé de pollo :D Nee, viel einfacher und passender caldo. Mais in dieser (ursprünglichen) Form nennt sich hier elote. Dazu calabazas (Zucchini). Verfeinert wird das Ganze ebenfalls mit Zitronensaft und zum Beispiel Oregano. Foto entstand beim Mittagessen.
Pancita de res. Ist grundsätzlich auch ein caldo (Suppe), Hauptbestandteil ist Bauch vom Rind (das ist wahrscheinlich inkorrekt ausgedrückt, aber so lautet die korrekte Übersetzung).
Hm, ich weiß gerade leider nicht, ob diese Speise einen speziellen Namen hat. Eher nicht. Vorn links ein Apfelsalat, daneben Nudelsalat und dahinter Hühnchen mit mole (eine typisch mexikanische Soße, die aus verschiedenen Zutaten bestehen kann; Grundlage sind häufig Chile und Schokolade). Foto entstand auf Estefanies Taufe.
Kuchen oder besser gesagt: Torten. Die gibt es auch häufig. Sie sind sehr süß und bestehen zu 80% aus Sahne. Herkunft des Fotos siehe oben.
Die Mexikaner fahren ab auf Süßigkeiten. Das steht fest. Zum bautizo (Taufe) freuen sich alle darauf, dass aus einem geflochtenem Korb diverse Süßigkeiten und sogar echte Münzen (von geringem Wert) in die Menge von Kindern geworfen werden.
Ein Hauptgericht zum Mittagessen. Bestehend aus nopales (gewürfelte Kaktusfeigenblätter) und longaniza (eine Art Hackfleisch). Danach kommen natürlich die unverzichtbaren frijoles (Bohnen). Als Getränk gibt es agua de jamaica (Wasser mit Geschmack von Malvenblüten). In der Schüssel oberhalb des Tellers befinden sich die tortillas. In Tüchern eingewickelt kühlen sie nicht aus.
Hm, huevo revuelto (Rührei) auf tortillas mit einer pikanten, grünen salsa (das Wort "salsa" steht übrigens schlicht und einfach für Soße).
Das sind sie also, die tacos dorados. Das sind gerollte tortillas, die in der Regel frijoles oder carne (Fleisch) enthalten. Dann werden sie frittiert, sind also relativ hart zum Beißen. Dazu serviert man Blattsalat, Sahne und Käse. A gusto kann man dann noch salsa hinzugeben.
Das ist nicht schwer zu erraten. Eine einfache Nudel-sopa (Suppe). Vorspeise gewissermaßen.
Torten in der Bodega Aurrera, einem Supermarkt, den die etwas größeren Kleinstädte (Ixtapan de la Sal, Villa Guerrero) haben. Noch größere (Metepec) kommen in den Vorzug von Walmart oder Sears.
Noch eine. Kann man den Preis erkennen? Google hilft beim Umrechnen.
Es weiß nicht jemand zufällig, wie sich diese Teile rechts oben nennen? Bestehen nur aus Kartoffeln, sind gewissermaßen eine Variante von Kartoffelpuffern.  Dazu Salat aus dem üblichen.
Speisen, die man zum Tag der Toten reicht. Bis auf ganz oben (mole, glaube ich) handelt es sich um reine Süßspeisen. Den canela (Zimt) erkennt ihr selber. Foto geschossen auf dem Campus der Universidad Autónoma del Estado de México in Tenancingo.
Links calabazas (Kürbisspeisen, vergleichbar mit Zucchini). Vorn, leider vergessen. Weiterhin UAEM.
Oh ja. Calaveras (Schädel) aus Schokolade oder anderen Süßspeisen. Sehr typisch und einzigartig für dieses Land.
Natürlich alles im Zusammenhang mit dem Tag der Toten. Allerdings gibt es hier auch erhebliche Qualitätsunterschiede. Am sichersten geht man mit einer calavera aus Schokolade mit weißer Glasur. Es gibt sie in allen Größen, von 2cm bis zu 40cm ungefähr.
Und so sieht das Essen in einem echten Hotel in Mexiko aus. Ich verschweige den exakten Namen, denn das Essen ist nicht so gut für den Preis, den sie verlangen (relativ auf Mexiko bezogen). Das ist consomé de pollo (Hühnerbrühe). War aber gut, uns hat es nichts gekostet.




Ich hoffe, das gibt euch einen ersten Einblick in die UNESCO-geschützte und einzigartige Küche dieses Landes. Dass man hier scharf ist, sollte euch aufgefallen sein. Tortillas und Bohnen sind eine weitere Grundlage des täglichen Lebens. Außerdem gehört Brot (aber nicht im deutschen Sinne) zur Basisernährung, Weißbrot und Süßgebäck sind gemeint. Inzwischen habe ich keine Lust mehr, Fotos von meinem täglichen Essen zu schießen, das kommt einem ein bisschen lächerlich vor nach fast drei Monaten, wenn man schon von manchen Mexikanern gefragt wird "Wow?! So viel Chile isst du?" oder "Hä, also die Sorte Chile esse nicht mal ich!". Beim nächsten Mal schaue ich mich vielleicht nach lizenzfreien Bildern im Netz um, damit ich euch den Rest der Speisen näher bringen kann.

Als nächstes könnt ihr euch erneut auf ein pikantes Thema freuen: Ich werde euch ein bisschen über die Sicherheitssituation in Mexiko aufklären. Es wird eine Linksammlung mit deutsch-, englisch- und spanischsprachigen Seiten geben, auf denen ihr euch belesen könnt, sowie eine Kurzzusammenfassung, was ich bis heute hier erlebt habe und was mir aufgefallen ist in diesem Zusammenhang. Seid gespannt!

Saludos de México, besos a mis amigos
Euer Rico

Kommentare:

  1. ich mag den wortwitz im letzten satz ja besonders.

    AntwortenLöschen
  2. lecker :) ist du wenigstens jetzt auch schon scharf? haha - warte: bist du jetzt auch schon schärfer? *schenkelklopfer* mannoman. ich vermisse das sinnlose 3 minutenlachen im zimmer. liebe grüße, lieber rico :)

    AntwortenLöschen
  3. Was mir gerade aufgefallen ist: Die runden Kartoffelteile, deren Namen du nicht mehr weißt, sehen aus wie Macaire-Kartoffeln. Das sind quasi Pellkartoffeln - zerdrückt - mit Kräutern und Gewürzen vermischt - zu Talern geformt und nochmal kurz angebraten.
    Kommt das hin?
    Lg Munira!

    AntwortenLöschen
  4. Hmm... interessant... Ich liebe Mexiko - Speisen, Leute, Kultur... alles :) Im meinen Badezimmer habe ich das Waschbecken aus Mexiko

    AntwortenLöschen
  5. Tortas de papa nennt die meine mama die Kartoffel-Dinger ;-)
    Hammer lecker für uns alle immer wieder ein Gedicht !!!

    AntwortenLöschen